Viele Menschen behaupten, dass Evolution unmöglich sei, weil aus dem Zufall nichts entstehen kann. Aber ist der Zufall der einzige Faktor in der Evolution? Was ist, wenn andere Kräfte im Spiel sind, die die Vielfalt und Komplexität des Lebens leiten? Um dieser Frage nachzugehen, entwickelte ich einen Algorithmus, der die Evolution simuliert und einige überraschende Ergebnisse zutage fördert.
Der Code ist auf GitHub zu finden.
Stellen Sie sich eine leere Welt vor. Leer von Bedeutung und Möglichkeiten. In dieser Welt ploppt ein Roboter ins Leben. Er ist nicht in der Lage, etwas zu sehen. Sein visueller Input ist so leer wie das Universum, in dem er erschaffen wurde. Der Roboter hat keinen Willen. Er tut einfach etwas Zufälliges. Was er nicht weiss, ist, dass es 50 andere Roboter gibt, die zur gleichen Zeit erschaffen wurden. Sie alle verhalten sich unterschiedlich. Manche wandern umher, manche stehen still und manche drehen sich im Kreis. Dann gibt es plötzlich eine Veränderung bei einem Roboter. Seine Eingabe ändert sich. Er sieht etwas Rotes. Die anderen, die sich an der gleichen Stelle befinden, sehen es auch. Sie verhalten sich willkürlich. Manche bewegen sich darauf zu, manche nicht. Was hat es mit diesem roten Ding auf sich? Je näher ein Roboter kommt, desto deutlicher sieht er es, bis er es berühren kann. Aus nichts wurdest du, und zu nichts sollst du zurückkehren. Der Roboter verschwindet. Jeder Roboter, der das rote Ding berührt, verschwindet. Er stirbt. Nach einiger Zeit bleiben nur noch die Roboter übrig, die sich entweder nicht bewegen oder, wenn sie es tun, das rote Ding nicht berühren. Das geschieht automatisch, einfach durch die Gesetze dieses Universums. Während die Roboter verschwinden, werden zufällig neue geschaffen und in die Welt geworfen, damit die Bevölkerung nicht ausstirbt. Und es ward Abend und Morgen. Der erste Tag.
Am zweiten Tag standen sie vor einem neuen Problem. Es gab nämlich einige Gerüchte über ein grünes Ding. Die meisten Roboter verhielten sich gegenüber den Grünen gleich, da die Evolution die vorsichtigen Individuen bevorzugte. Aber einige Roboter verschwanden einfach, ohne die Roten zu berühren. Ihre Lebensspanne ist abgelaufen, und sie haben das Geheimnis des Überlebens noch nicht herausgefunden. Nun, die meisten nicht. Einige hatten das zufällige Verhalten, sich den grünen Dingen zu nähern. Und als sie sie berührten, geschah etwas Magisches. Erstens verlängerten sie unwissentlich ihre Lebensspanne, und zweitens vermehrten sie sich. Sie brachten eine Kopie aus sich selbst hervor, die ihnen sehr ähnlich ist, sich aber geringfügig von ihnen unterscheidet. Mit einer zufälligen Variation im Verhalten. Das ändert alles. Anstatt nicht zu sterben, war Reproduktion das neue Ziel des Spiels. Bald mieden alle Roboter das rote Zeug und suchten nach dem grünen Zeug.
Nun steht die nächste Etappe bevor. Vorher war Vorsicht angesagt. Bewege dich nicht zu schnell, um das Risiko zu verringern, versehentlich die roten Minen zu berühren. Aber nach einiger Zeit wurden einige Roboter zufällig schneller, und sie waren immer zuerst an der grünen Zauberfrucht. Die vorsichtigen Roboter sind verhungert, weil die schnelleren zuerst da waren. Geschwindigkeit ist also der Schlüssel. Aber sie müssen jetzt mehr riskieren. Viele Roboter sterben jetzt wegen der Minen, aber solange sie sich schneller vermehren, beherrschen sie diese Welt.
Die letzte Stufe. Jetzt haben sich die Roboter ohne menschliches Zutun zu einem nützlichen Verhalten entwickelt, nur weil sie dieser sehr spezifischen Umgebung ausgesetzt waren. Jetzt bleibt nur noch eine letzte Optimierung. Sie müssen langsam aber sicher den Minen ausweichen und ihre Grundgeschwindigkeit auf ihr Maximum erhöhen. Nach dieser Entwicklung ist ein Gleichgewicht erreicht, und aus der reinen Zufälligkeit ohne Programmierung ist ein intelligentes Verhalten in Bezug auf diese Umgebung entstanden.
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